Parkinson - Was ist das?

Immer mehr Menschen erkranken an dem chronischen Nervenleiden Parkinson. Während es früher vorwiegend ältere Menschen waren, sind heute unter den Betroffenen viele Jüngere, ja sogar Jugendliche. Und so unterscheiden die Mediziner zwischen dem Altersparkinson, dem idiopathischen und dem juvenilen Parkinson. Die typischen Merkmale der Alterskrankheit, Zittern, Steifheit und Ungelenkigkeit sowie zunehmende Immobilität, kann man auch bei nicht an Parkinson Erkrankten im Alter beobachten. Ein normaler "Alterungsprozess" also, während für die Jüngeren die Diagnose über Nacht und überraschend kommt. Gestern noch gesund - heute krank.

Ursache

Laut Schulmedizin ist die Ursache des Morbus Parkinson ein Absterben derjenigen Zellen im Gehirn, die den für die Bewegungsfähigkeit des Menschen verantwortlichen Botenstoff Dopamin produzieren. Bei Diagnoseerstellung, heißt es, sind bereits ca. 80% der Zellen in der substantia nigra abgestorben.

Diagnose

Das bedeutet, dass bei einer möglichst frühzeitigen Diagnose (neuerdings wird in diesem Zusammenhang immer wieder von einem Riechtest gesprochen, auch Ultraschallaufnahmen des Gehirns werden ins Gespräch gebracht) eine größere Menge an Nervenzellen gerettet werden können. Eine frühzeitige, korrekte Diagnose: das sind die wichtigsten Voraussetzungen einer erfolgreichen Parkinson Therapie. Die sich daran anschließende Frage lautet, was denn das Absterben der Zellen in der substantia nigra bewirkt. Hierauf gibt es bis heute keine plausible Antwort. Allerdings haben die intensiven Forschungen der letzten Jahre neue Erkenntnisse ans Licht gebracht. Vor knapp zehn Jahren berichtete der Informationsdienst Wirtschaft, dass das Gehirn eines Erwachsenen bis ins hohe Alter hinein in der Lage ist, Nervenzellen neu zu bilden. Und das Ergebnis von Forschungen an der Universität Göttingen besagt sogar, dass die Zellen gar nicht abgestorben sind, sondern dass sie in ihrer Funktionsfähigkeit durch Eiweißklumpen bzw. Verkrustungen an den Schaltstellen (Synapsen) zwischen den Zellen eingeschränkt sind. Wenn es gelänge, diese Eiweißblockaden aufzulösen, dann könne die interzelluläre Information wieder frei fließen und genügend Dopamin im Gehirn produziert, dem Botenstoff, der für Bewegung und Mobilität des Menschen verantwortlich ist.

Grüner Tee

Einen solchen eiweißauflösenden Stoff glaubt man jetzt in Grünem Tee gefunden zu haben. Es wird ja schon seit Längerem vermutet, dass Grüner Tee in der Bekämpfung von Krebskrankheiten positive Wirkung hat. Kürzlich sorgte ein Artikel im Mannheimer Morgen für Aufsehen. Darin wird von dem einstigen Leiter der Heidelberger Poliklinik berichtet, der unter einer schweren Blutkrankheit litt. Die Ärzte gaben ihm nur noch wenige Tage zu leben. Der Medizinprofessor begann, jeden Tag einen Liter grünen Tee zu trinken und erholte sich schon bald von seinem schweren Leiden. Die Annahme, dass die Häufigkeit von Krebs- und neurologischen Krankheiten in fernöstlichen Ländern niedriger zu sein scheint als in den hoch entwickelten westlichen Ländern könnte mit dem starken Konsum von Grünem Tee zusammenhängen. Dies ist ein Beispiel dafür, daß mehr und mehr alternative Heilmittel und -Methoden Eingang in das schulmedizinische Denken finden. Während die Entstehung des Altersparkinson noch am ehesten nachvollziehbar ist, so wird die juvenile Form der Krankheit genetisch erklärt und bei einem geringeren Prozentsatz des ideopathischen Parkinson werden Umweltgifte und die Entzugsdroge ??? als Verursacher genannt.

Heilung von Parkinson

Trotz intensiver Forschungen in den letzten beiden Jahrzehnten auf dem Gebiet der Neurologie und der Neuro-Physiologie wissen wir heute immer noch nicht, was letztendlich den Parkinson auslöst. Solange man das nicht weiß, kann man das Übel nicht an der Wurzel ausmerzen. Hingegen haben sich die Therapiemöglichkeiten für Parkinson Kranke in den letzten Jahren geradezu vervielfacht. Nahezu jeden Monat kommt ein neues Parkinson-Mittel auf den Markt, das von den Medien mit großem Tamtam als die ultimative Wunderdroge präsentiert wird, die nun endlich Heilung von Parkinson ermögliche. In diesem Moment reibt sich mancher Leser einer süddeutschen Tageszeitung die Augen angesichts des suggestiven Titels eines Artikels über Parkinson "Hoffnungsschimmer bei Parkinson". Die Krankheit selbst wurde 1817 zum ersten Mal von dem englischen Arzt James Parkinson in seinem Essay " Oh the Shaking Pudsy" beschrieben.

Bis dato ist die medikamentöse Therapie immer noch die Haupttherapie bei Parkinson. Als in den fünfziger Jahren de vorigen Jahrhunderts das L-Dopa entdeckt wurde, kam dies einem Wunder gleich. Denn mit dieser Vorstufe des Dopamins konnte der Mangel an Dopamin im Gehirn von Parkinson-Patienten ausgeglichen werden. Der Botenstoff Dopamin selbst kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Was man damals allerdings noch nicht wusste ist, dass eine Monotherapie mit L-Dopa nach einer gewissen Zeit an Wirksamkeit verliert. Heute steht dem Therapeuten eine ganze Palette von dopaminähnlichen Medikamenten zur Verfügung, die über einen deutlich längeren Zeitraum verabreicht werden können, und deren Auswahl auf die individuelle Symptomatik des Patienten abgestimmt werden kann.

Eine höchst individuelle Krankheit

Allein dieses kurze Krankheitsbild weist darauf hin, dass Parkinson eine höchst individuelle Erkrankung ist; und zwar sowohl in Hinsicht auf die äußerlichen Erscheinungen (das Alter, in dem die Krankheit zuerst auftritt, und mit welcher Intensität), sowie die Verlaufsformen, wobei die Mediziner generell zwischen einem malignen und einem weniger bösartigen Verlauf unterscheiden.

Parkinson ist also nicht gleich Parkinson. Das stereotype Bild des an der "Schüttellähmung" erkrankten Menschen, ein älterer im Rollstuhl sitzender, in seiner Mobilität stark oder total eingeschränkter Mensch mit gebeugter Haltung und einem ausdruckslosen Masken-Gesicht, mit zittrigen Händen ist heute nicht mehr gültig. Unter den an Parkinson Leidenden befinden sich Menschen, aller Altersgruppen, die in den verschiedensten Lebenssituationen und Berufsgruppen stehen: Da gibt es Marathonläufer, Rockmusiker, Kabarettisten, ältere Herren, die schwungvoll Gesellschaftstänze aufs Parkett legen. Andere gehen auf Safari nach Afrika. Mein Freund holte mich im offenen Cabriolet vom Bahnhof ab.

Viele Parkinsonkranke haben ihren Beruf aufgegeben, andere stehen nach wie vor mitten im Leben. Die einen schaffen es, ihr Leben lange Zeit in gewohnter Weise weiterzuleben, während andere schon frühzeitig auf Pflege und Unterstützung von Familie, Freunden bzw. auf Pflegeeinrichtungen angewiesen sind.

Der an Parkinson Erkrankte muss sich heute nicht mehr vor der Öffentlichkeit verstecken. In den Medien wird mehr und mehr über diese chronische Krankheit berichtet, sie ist durch viele Prominente von Theodor Roosevelt über Mao Tse-tung bis Leonid Breschnjev, von Papst Johannes Paul II, Salvador Dali, Muhammad Ali, Johnny Cash und Michael J. Fox "gesellschaftsfähig" geworden.



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Letzte Aktualisierung am 03.09.2010