Raum und Zeit bei Parkinson
Fotos einer
Ausstellung
Ich fotografierte über einen längeren Zeitraum den Blick aus
meinem Fenster. Durch dieses Fenster, hinter dem ich den größten Teil des Tages
und der Nacht verbrachte, konnte ich den Blick den Hang vor meinem Haus, das ich
„The House of the Rising Sun“ nannte, hinunter, über Wiesen, einzelne
Häuser und Gehöfte, über das Unterdorf hinweg bis an den fernen Horizont
schweifen lassen, über dem sich die Himmelsglocke wie eine riesige Leinwand
erhebt, auf der sich ständig spektakuläre Naturschauspiele abspielten.
Wenn ich ob meiner Krankheit nicht mehr die Welt bereisen kann wie
andere Menschen, dann hole ich die Welt zu mir herein.
Die Fotos sind alle von ein- und demselben Standort aus
aufgenommen. Der Raum ist in jedem Bild derselbe und doch sind keine zwei Bilder
identisch.
Die Zeit erscheint in den Fotos im Wechsel von Tag und Nacht, in
den Jahreszeiten. Die Motive werden in Fotosequenzen von zwei bis sieben Bildern
gezeigt; sie enthalten unterschiedliche Zeitspannen, angefangen von Minuten,
Stunden bis hin zu Tagen, Monaten. Zeit ist vergänglich, sie geht vorüber.
In einigen Fotos sind comicartige Texte und Zeichnungen eingefügt,
die das Thema Raum/Zeit kommentieren.
Die hier in der Fotogalerie abgebildeten Fotos sind Teil der Ausstellung
„Der Blick aus meinem Fenster“.